FAZ 25.09.2026
22:46 Uhr

Papst IN Frankreich: Leo XIV. feiert Gottesdienst mit 80.000 Menschen im Stade de France


Im französischen Nationalstadion feiert Papst Leo XIV. einen Vespergottesdienst mit Zehntausenden jungen Menschen. Dabei ruft er die Teilnehmer auf „sich für das Gute zu entscheiden.“

Papst IN Frankreich: Leo XIV. feiert Gottesdienst mit 80.000 Menschen im Stade de France

Papst Leo XIV. hat in einem spektakulär inszenierten Vespergottesdienst in Frankreichs Nationalstadion vor rund 80.000 jungen Menschen zu Mitmenschlichkeit und den Kampf für Gerechtigkeit aufgerufen. Es reiche nicht aus, das Böse zu meiden, sagte der Papst am Abend in dem Stadion im Pariser Vorort Saint-Denis. „Man muss sich für das Gute entscheiden.“ Wichtig seien Gerechtigkeit und Nächstenliebe. „Die Prinzipien der Gleichheit und Brüderlichkeit, die eure Gesellschaft prägen, finden hier ihre Grundlage“, sagte der Papst in Anspielung auf den offiziellen Leitspruch Frankreichs. „Unser Kampf ist kein Kampf gegen andere, er bedient sich nicht der Waffen der Gewalt, der Verachtung oder der Unterdrückung. Unsere einzige Waffe ist die Liebe, die sich verschenkt“, sagte der Papst vor zehntausenden Gläubigen im Alter von 18 bis 35 Jahren, die ihn begeistert empfangen hatten. Zugleich warnte Leo XIV. vor falschen Heilsversprechen und Egoismus. Der Papst warnt vor Egoismus Leider gebe es Mächte, die danach strebten, Menschen und Völker zu spalten, indem sie sie gegeneinander aufbrächten. „Diese Übel haben nicht nur ein gewalttätiges Gesicht, sondern manchmal auch eine heimtückische Gestalt; denn sie versprechen genau das, was sie uns nehmen, nämlich das Glück.“ Egoismus führe dazu, dass man Beziehungen konsumiere, ohne etwas zurückzugeben, und sich mit Dingen vollstopfe, die einen nicht nährten, sagte der Papst zu den jungen Menschen. Eine solche Lebensweise führe dazu, dass man alles haben wolle, aber am Ende niemand sei, „dass man eine Menge Likes erhält, aber mit sich selbst allein bleibt“. Papst Leo XIV. war am Freitagmorgen zu seinem ersten Frankreichbesuch in Paris eingetroffen. Diesen setzt er am Samstag mit einer großen Messe auf der Pariser Place de la Concorde fort, zu dem sich rund 600.000 Menschen angemeldet haben. Am Nachmittag reist das Oberhaupt von weltweit 1,4 Milliarden Katholiken weiter in den Marien-Wallfahrtsort Lourdes im Südwesten des Landes. Letzte Station wird am Montag die Stadt Metz unweit der deutsch-französischen Grenze sein.